Zwei „INPUT“-Veranstaltungen im April

Nach mehrmonatiger Pause meldet sich die Veranstaltungsreihe „INPUT – antifaschistischer Themenabend“ im April mit zwei Vorträgen zurück.
Wegen zeitgleicher Protestaktionen gegen die extrem rechten DÜGIDA-Demonstrationen, mussten in den vergangenen Monaten Veranstaltungen abgesagt oder verschoben werden.

  • Am 1. April findet ein Vortrag von Volkmar Wölk mit dem Titel „Links blinken, rechts abbiegen. Die Wege des Jürgen Elsässer und seines Projekts Compact“ im Linken Zentrum „Hinterhof“ statt. Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr.
  • Es ist ein weiter Weg vom Berufsschullehrer in Stuttgart zum Herausgeber einer Monatszeitschrift, Veranstalter von Kongressen und Wanderreisenden zu Demonstrationen in der gesamten Bundesrepublik. Es ist ein noch weiterer Weg von der Leitung des “Komunistischen Bundes” zum informellen Chefideologen der Antideutschen und schließlich zum bekennenden Fan der AfD. Das “Volk” ist inzwischen die zentrale Kategorie in der Strategie des Jürgen Elsässer. Sein Denken knüpft direkt an die Abendland-Ideologie der “Konservativen Revolution” an. Insofern ist es nur logisch, wenn als Redner beim Leipziger PEGIDA-Ableger auftritt.
    In seinem Vortrag wird Volkmar Wölk Elsässers Weg nach rechts näher unter die Lupe nehmen und hierbei auch auf das “Mut zur Wahrheit”-Projekt “Compact” eingehen.

  • Der Historiker Michael Sturm referiert am 29. April zum Thema: Der 8. Mai in der deutschen Erinnerungskultur: Zwischen antifaschistischem Gedenken, Staatsraison und extrem rechter Vereinnahmung. Beginn ist um 19:30 Uhr im Linken Zentrum „Hinterhof“.
  • Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Das Datum hat seither in der bundesdeutschen Erinnerungskultur sehr unterschiedliche Deutungen erfahren. Während der 8. Mai in der Mehrheitsgesellschaft über Jahrzehnte hinweg als Tag der „Niederlage“, des „Untergangs“ oder des „Zusammenbruchs“ weitgehend unbeachtet blieb, waren es vor allem die überlebenden Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung, die den 8. Mai als „Tag der Befreiung“ feierten. Diese Deutung hat sich mittlerweile die „Berliner Republik“ zu Eigen gemacht. Das Datum wird mit großen offiziellen Feierlichkeiten begangen. Die extreme Rechte wiederum diskreditiert den 8. Mai als „Tag der Schande“ und polemisiert gegen einen angeblich vorherrschenden „Schuldkult“. Doch wie soll sich eine kritische, antifaschistische Erinnerungskultur zu den unterschiedlichen Deutungsmustern und Vereinnahmungsversuchen positionieren, ohne dabei selbst das Datum in unangemessener Weise zu instrumentalisieren?

    Der Vortrag skizziert die historischen wie aktuellen Deutungskämpfe um den 8. Mai und fragt nach den künftigen Perspektiven der Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen.