(Extrem) rechten Schreibtischtäter_innen entgegentreten – den „Zwischentag“ unmöglich machen!

Updates: 05.09.2014

Kein Zwischentag in Düsseldorf.

Der für den morgigen 6. September von der Intellektuellen Rechten in Düsseldorf geplante Messekongress “Zwischentag” wurde offenbar nach Dortmund verlegt.

D/DO – “Zwischentag” weicht nach Dortmund aus (NRW rechtsaußen)

Ob in Düsseldorf oder Dortmund – „Zwischentag“ absagen!
Treffpunkt für Antifa-Aktivitäten:
6. September | 8 Uhr am UfA-Kino / Düsseldorf Hauptbahnhof

Zur Dokumentation: Aufruf von Antifaschistinnen und Antifaschisten aus Düsseldorf:

Die so genannte “Neue” oder auch “intellektuelle” Rechte will am 6. September 2014 in Düsseldorf eine von ihnen so bezeichnete “Freie Messe”, ein Vernetzungstreffen mit dem Namen “Zwischentag” abhalten.
Lasst uns gemeinsam dagegen Krach schlagen!

Bereits zwei Mal führte die intellektuelle (extreme) Rechte in den vergangenen Jahren ein von ihr als „Freie Messe“ bezeichnetes Vernetzungstreffen durch. Unter dem Ver­anstaltungs­titel „Zwischentag“ ist dieses auch als Buchmesse verkaufte Großevent der sogenannten Neuen Rechten dabei in erster Linie ein Treffen für „Gleichgesinnte“. Akteure, wie z.B. Verlage, Zeitungen, Online-Foren, (extrem) rechte Think Tanks oder burschenschaft­liche Verbindungen, nutzen die eintägige Veranstaltung als PR-Veranstaltung für die ‚interessierte‘ Öffentlichkeit, mehr noch aber als interne Vernetzungsplattform. Hier wollen sie sich mit Sympathisantinnen und Sympathisanten austauschen, für ihre Positionen werben, sich ihrer Gemeinsamkeiten vergewissern und gemeinsame Strategien entwickeln. Mehrere hundert Teilnehmer_innen besuchten den letzten „Zwischentag“ in Berlin, seinen Ausstellungsbereich sowie das „Begleitprogramm“ mit Vorträgen, Lesungen und Podiums­diskussionen. Verantwortliche Initiatoren des „Zwischentages“ sind vor allem Götz Kubitschek – Redakteur der rechten Zeitschrift „Sezession“, Verleger und Mitbegründer des „Instituts für Staatspolitik“, der „Denkfabrik“ der Neuen Rechten –, und zuletzt auch Felix Menzel, Herausgeber der rechten Internet-Zeitung „Blaue Narzisse“. Beide gelten in der Neuen Rechten als DIE herausragenden Organisatoren und Multiplikatoren eines neuen Rechtsintellektualismus, eine Zuschreibung, die sie sich auch selbst geben.

Für den 6.9.2014 planen die Macher des „Zwischentages“ nun, ihre „Freie Messe“ in Düsseldorf stattfinden zu lassen. Sie werben für diesen Samstag im September mit mehreren Dutzend Ausstellern, darunter die wichtigsten neu-rechten Verlage und Zeitungen, das Institut für Staatspolitik, die Identitäre Bewegung oder der Dachverband „Deutsche Burschen­schaft“, zu dem auch die Burschenschaftler von der „Rhenania Salingia zu Düsseldorf“ gehören. Das Begleitprogramm wirbt u. a. mit Präsentationen von Kubitschek und Menzel, aber auch für Vermittlungs- und Werbearbeit der AfD ist ein Programmpunkt vorgesehen. Für alle Akteure dieser Szene – in der Mehrzahl ein männerbündischer Klüngel – gilt: Sie pflegen ein von ihnen als „traditionell“ oder „konservativ“ bezeichnetes, zutiefst reaktionäres Menschenbild. Sie hetzen gegen Musliminnen und Muslime, propagieren ein rechts-konservatives Familienbild und verkaufen ihre antifeministischen, homo- und transphoben Haltungen als Rückbezug auf „traditionelle“ Geschlechterrollenbilder. Dabei beziehen sie sich auf „urdeutsche Werte“ und konstruieren ein Geschichtsbild deutscher Hochkultur. Als akademisch orientierter Flügel der extremen Rechten vermeiden sie dabei aus strategischen Gründen direkte Bezüge auf den diskreditierten historischen Nationalsozialismus – ihre Publikationen etwa zu den „Helden“ des deutschen Militarismus von Ernst Jünger bis Claus Schenk Graf von Stauffenberg sprechen dabei zwischen den Zeilen aber eine deutliche Sprache: Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. Rassismus, Sexismus, Nationalismus und Militarismus sind die Klammern, die ihre Positionen zu­sammen­führen.

Dank kraftvoller Interventionen eines breiten Bündnisses von Antifaschist_innen konnten die vergangenen „Zwischentage“ in Berlin empfindlich gestört, ihre Akteure stigmatisiert und ihre deutschtümelnden und rassistischen und sexistischen Inhalte klar benannt werden. Durch diesen Druck von der Straße, der auch von der regionalen und überregionalen Presse aufgegriffen wurde, ist der ursprüngliche Veranstaltungsort Berlin für den „Zwischentag“ zum unbequemen Pflaster geworden. Die Veranstalter erhoffen sich nun, auch Dank der Unterstützung lokaler Strukturen, wie etwa der Düsseldorfer Burschenschaft „Rhenania“, am Rhein ein gemütlicheres und ungestörteres Stelldichein. Diesen Plan der (extrem) rechten Schreibtischtäter wollen wir, Antifaschistinnen und Antifaschisten aus Düsseldorf und Um­gebung ihnen konsequent verhageln. Es wird keinen ungestörten „Zwischentag“ in Düsseldorf geben!

Wie die lokale Presse berichtete, ist es den Organisatoren der rechten „Messe“ bisher schwer gefallen, ein geeignetes Tagungshotel zu finden, wo sie sich als „Buchmesse“ verkleidet hätten einbuchen können. Ein Hotel in der Düsseldorfer Innenstadt hat den „Zwischentag“ bereits wieder ausgeladen, als bekannt wurde, wer sich da in seine Räumlich­keiten eingemietet hatte. Die Veranstalter geben nun an, einen Ersatz gefunden zu haben. Doch klar ist: Wir wissen, wo sie ihre Büchertische aufklappen und Reden schwingen wollen. So rufen wir auf zum Protest gegen die rechts-intellektuelle „Messe“ und ihre Veranstalter. Lautstark und deutlich werden wir den Neuen Rechten entgegentreten. Denn weder hier noch sonstwo ist Platz für Rassismus, Sexismus, Homophobie, Militarismus und Nationalismus – auch nicht, wo sie nicht prügelnd, sondern „intellektuell“ auftreten.
Lasst uns gemeinsam den Neuen Rechten in ihre rechts-intellektuelle Suppe spucken. „Zwischentag“, wir sehen uns!

Antifaschistinnen und Antifaschisten aus Düsseldorf

Aktuelle Informationen zu den Aktionen am 6.9.2014 sind auf der Homepage www.antifa-duesseldorf.de zu finden – haltet die Augen und Ohren offen!

Weitere Texte zum sogenannten „Zwischentag“ sind hier, hier und hier dokumentiert.

Update: 03.09.2014
Zur Dokumentation – Artikel vom blick nach rechts vom 3. September 2014:

Neurechte Vernetzungen

Auch nach der Kündigung des Mietvertrags in einem Düsseldorfer Hotel soll am kommenden Samstag in Nordrhein-Westfalen der neurechte „zwischentag“ stattfinden – mit Beteiligung aus den Reihen der AfD.

Wie bnr.de berichtete, hatten die Verantwortlichen des Düsseldorfer Hotels Ende Juli die Organisatoren des alljährlichen Treffens der „Neuen Rechten“ präventiv vor die Tür gesetzt. „Diese Veranstaltung wird bei uns nicht stattfinden. Die Inhalte sind nicht mit den Leitlinien unseres Hauses vereinbar“, zitierte die „Westdeutsche Zeitung“ eine Sprecherin des Hauses. Offenbar haben die Organisatoren rund um Felix Menzel, Chef des Internetportals „Blaue Narzisse“, aber einen neues Quartier gefunden. „Der zwischentag bleibt im Großraum Düsseldorf – ganz so zentral gelegen wird der Veranstaltungsort jedoch nicht sein“, teilten sie mit.

Auch Kommunalpolitiker mit AfD-Parteiausweis sollen an diesem Tag auftreten. Um 13.30 Uhr jedenfalls steht ein Vortrag mit dem Titel „Vor Ort Politik machen – AfD-Stadträte berichten“ auf dem Programm. Wer aus den Reihen der „Alternative für Deutschland“ bei dem neurechten Vernetzungstreffen referiert, ist nicht bekannt.

Gründung der „Patriotischen Plattform“ in Düsseldorf

Erwartet wird aber einer der Rechtsausleger der nordrhein-westfälischen AfD, der Düsseldorfer Rechtsanwalt Alexander Heumann. Via Facebook startete er Ende Juli einen „Aufruf an alle AfD-Mitglieder aus NRW“. Heumann kündigte an: „Am Samstag, den 6. September 2014 wird die Nordrhein-Westfälische Patriotische Plattform in Düsseldorf gegründet. Und zwar auf der konservativen Buchmesse ,Zwischentag’.“ Interessierte konnten sich unter der Mailadresse seiner Kanzlei melden.

In der „Patriotischen Plattform“ sammeln sich Vertreter des rechten Flügels in der AfD. Schlagzeilen hatte die Gruppe zuletzt gemacht, als drei ihrer Mitglieder im Vorfeld der sächsischen Landtagswahl den umstrittenen, extrem rechten FPÖ-Politiker Andreas Mölzer zu einem Vortrag einluden. (bnr.de berichtete) Nachdem auch in der eigenen Partei Kritik an derlei Kontakten laut geworden war, wurde die Veranstaltung abgesagt – offiziell wegen einer Erkrankung Mölzers. (bnr.de berichtete)

Zu den Ausstellern am Samstag beim „zwischentag“ zählt auch die rechtspopulistische, antiislamische „Bürgerbewegung Pax Europa“ (BPE). Mitte Juni berichtete das rechte Internetportal „Politically Incorrect“ über deren Mitgliederversammlung in Recklinghausen. Als eines der BPE-Bundesvorstandsmitglieder wurde dabei auch ein Alexander Heumann genannt. (ts)

(Links bei blick nach rechts)