350 Meter Düsseldorf

Als in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass am 16. März ein Neonaziaufmarsch in Düsseldorf stattfinden würde, blieb relativ wenig Zeit für eine breitere Antifa-Mobilisierung (vgl. Updates zum morgigen Neonaziaufmarsch). Letztlich folgten am Samstag etwa 400 Menschen dem Protest-Aufruf des „Keinen Meter den Nazis“-Bündnisses.
Zunächst lief eine antifaschistische Demonstration vom DGB-Haus durch die Innenstadt zum Johannes-Rau-Platz nahe dem Innenministerium.

Währenddessen fuhren die Neonazis von einer Anfangskundgebung in Aachen nach Mönchengladbach. Dort wurde ebenfalls eine stationäre Kundgebung abgehalten.
Gegen 17 Uhr trafen dann zwei Reisebusse mit etwa hundert Neonazis am Düsseldorfer Polizeipräsidium ein. Hier wurden sie von einem antifaschistischen „Empfangskomitee“ begrüßt.

Die Neonazis warteten etwa anderthalb Stunden in ihren Reisebussen am Fürstenwall, wo sie von beiden Seiten des Polizeipräsidiums mit Gegenprotest konfrontiert waren. Schließlich durften die Rechten um 18:40 Uhr ungefähr dreihundertfünfzig Meter weit vom Fürstenwall in die Neusser Straße hineinlaufen. Direkt vor das Innenministerium konnten die Rechten nicht ziehen, stattdessen verlagerte sich die Abschlusskundgebung um mehrere Meter vor das Wirtschaftsministerium. Dort hielt der stellvertretende Kreisvorsitzende der NPD Düsseldorf/Mettmann, Manfred Breidbach eine antisemitische Rede. Weiterere Redner waren die Dortmunder Neonazis Michael Brück (Mitglied im NRW-Landesvorstand von „Die Rechte“) und Daniel Grebe. Unter den Zuhörer_Innen befanden sich Angehörige dreier verbotener Organisationen: der „Kameradschaft Aachener Land“, der „Kameradschaft Hamm“ und des „Nationalen Widerstands Dortmund“. Außerdem anwesend waren Neonazis aus dem Raum Düsseldorf wie Nadine Braun (Kreisvorsitzende der NPD Düsseldorf/Mettmann und Landesvorstandsmitglied der NRW-NPD ), sowie weitere Rechte aus NRW, Niedersachsen und den Niederlanden. Mit im Publikum stand überdies Daniel Borchert, gegenwärtig Mitglied von „Die Rechte KV Wuppertal“ (ursprünglich „Nationale Sozialisten Wuppertal“) und NRW-Landeslistenkandidat der „Rechten“ für die Bundestagswahl. Mehrfach wurde schon darauf hingewiesen, dass „Die Rechte“ in NRW teilweise zu einem Reorganisierungsmittel verbotener Neonazistrukturen geworden zu sein scheint1.
Nach der letzten Rede stiegen die Neonazis wieder in ihre Busse, bzw. ihr Begleitfahrzeug aus Dortmund ein. Gegen 19:30 Uhr wurden die drei Fahrzeuge der Rechten wieder aus der Stadt eskortiert.

Während der Proteste gegen den Neonaziaufmarsch setzte die Polizei Pfefferspray und Schlagstöcke gegen Antifaschist_Innen ein. Insgesamt wurden 15 Personen kurzzeitig in Gewahrsam genommen.

Artikel NRW rechtsaußen

  1. [1] https://linksunten.indymedia.org/en/system/files/data/2013/02/9539863925.pdf [zurück]


Antifaschistischer Protest Lorettostraße/Fürstenwall


Neonazidemo auf der Neusser Straße
Verlauf: etwa 300 Meter Marschroute
Dauer: ca. 5 Minuten


Neonazikundgebung vor dem Ministerium für Wirtschaft