„NSU“-Unterstützer gesteht Beschaffung einer Mordwaffe

Wie gestern bekannt wurde, war der am 1. Februar in Düsseldorf-Oberbilk festgenommene „NSU“-Unterstützer Carsten Schultze auch maßgeblich an der Beschaffung jener Pistole beteiligt, mit der die Mitglieder des “Nationalsozialistischen Untergrundes” (NSU) mindestens neun Menschen ermordeten.

Diversen Berichten zufolge kaufte der damals 19-jährige Beschuldigte die Waffe Ende 1999 oder Anfang 2000 von einem Thüringer Neonazi, der auch der Polizei bekannt war. Schultze gab die Pistole anschließend an Bönhardt weiter. Insgesamt betrug der Preis für die Waffe vom Typ „Ceska 83″ 2500 D-Mark- samt Schalldämpfer und 50 Schuss Munition. Bezahlt worden sei das ganze von Ralf Wohlleben, einem ehemaligen NPD-Funktionär. Carsten Schultze hat die Beschaffung der Waffe mittlerweile eingeräumt, wie sein Anwalt am Donnerstag verlauten ließ. Vom Verwendungszweck der Pistole und den geplanten oder begangenen Straftaten des untergetauchten Neonazi-“Trios“ soll sein Mandant keine Kenntnis besessen haben. 1 Nichtsdestotrotz wirft ihm die Bundesanwaltschaft mittlerweile Beihilfe zu zehn Morden und einem Mordversuch vor, wie ein Sprecher der Behörde bekannt gab. 2
Bei der Düsseldorfer Aids-Hilfe wird Carsten Schultze nicht mehr arbeiten – das Arbeitsverhältnis sei einvernehmlich beendet worden, so der Geschäftsführer am Donnerstag.
Aus der so genannten “rechten Szene” will Schultze im Jahre 2000 ausgestiegen sein, Kontakt zu Rechhtsradikalen soll er hingegen laut Bundesanwaltschaft noch bis mindestens ins Jahr 2003 unterhalten haben.3

  1. [1] http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,817223,00.html [zurück]
  2. [2] http://www.zeit.de/news/2012-02/23/extremismus-mutmasslicher-neonazi-helfer-gesteht-waffenlieferung-23202606 [zurück]
  3. [3] http://www.wz-newsline.de/lokales/duesseldorf/aids-hilfe-trennt-sich-von-carsten-s-1.916292 [zurück]

Siehe auch Spuren des „NSU“ führen nach Düsseldorf .