Gedenkveranstaltung und Ausstellung

Etwa 6000 Jüdinnen und Juden aus dem Rheinland wurden ab Oktober 1941 bis Januar 1945 vom Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf aus in die Ghettos und Vernichtungslager Łódź, Minsk, Riga, Izbica und Terezín (Theresienstadt) deportiert. Über Düsseldorf erfolgten außerdem zwei Deportationen nach Sobibor und Oświęcim (Auschwitz). Bereits am 28.10.1938 wurden hunderte Düsseldorfer Juden und Jüdinnen mit polnischer „Abstammung“ im Rahmen der so genannten Polenaktion vom Hauptbahnhof nach Bentschen in Polen verschleppt. Weiterhin wurden am 16.11.1938 dutzende Düsseldorf Juden wegen der Novemberpogrome in das KZ Dachau abtransportiert.
Frauen, Männer, Kinder, Alte und Kranke; wer auch immer als “Volksschädling” imaginiert wurde, sah sich dem gnadenlosen Vernichtungswillen der Deutschen ausgesetzt.

Die mit rationalen Mitteln begangene industrielle Vernichtung von Menschen während der Shoah war die konsequente Umsetzung der irrationalen NS-Ideologie. Der Holocaust bleibt damit ein beispielloser Zivilisationsbruch, an den immer wieder erinnert werden muss.

An der Rather Straße befindet sich nur eine unscheinbare Gedenktafel, welche auf die Jüdinnen und Juden aufmerksam macht, die vom Bahnhof Düsseldorf-Derendorf aus in den Tod geschickt wurden.
Auf der Rückseite einer Garagenreihe an der Rethelstraße erinnert heute zudem ein Gemälde daran wohin die damaligen Deportationen gingen.¹

Update (27.10.2011): Flyer² des AStA der Fachhochschule Düsseldorf zum 70. Jahrestag der Deportationen der Jüdinnen und Juden aus Düsseldorf.

Die Wanderausstellung Deportiert ins Ghetto – Eine Ausstellung über die Deportationen der Juden aus dem Rheinland im Herbst 1941 ins Ghetto Litzmannstadt (Lodz) – macht nun wieder auf das Schicksal der Ermordeten aufmerksam. Eröffnet wird die Ausstellung im Rahmen einer “nicht-öffentlichen Gedenkstunde”.
Vom 3. bis 26. November 2011 ist diese für das Publikum von jeweils Montag bis Freitag zwischen 9 und 17 Uhr im Landtag NRW geöffnet.
Ein Besuch der Ausstellung in der “Bürgerhalle” des Landtages ist nur mit einem gültigen Personalausweis möglich.

Um einen Kontrapunkt zu der „nichtöffentlichen Sitzung des Landtages“ am 2. November 2011 zu setzen, soll auch ein „öffentliches Gedenken“ an die Opfer der Deportationen erfolgen.
Dieses findet am Donnerstag, den 27. Oktober 2011 (70. Jahrestag der Deportation von Düsseldorf nach Łódź) um 17 Uhr an der Rather Straße statt (Haltestelle Schlachthof der Linie 704). Mehr dazu z.B. auf der Homepage der VVN-BdA Düsseldorf.

An dieser Stelle sei auch auf den NRW-Veranstaltungskalender der Aktionswochen gegen Antisemitismus von der Amadeu Antonio Stiftung hingewiesen.
Außerdem veranstaltet die Antifa 3d in Kooperation mit der Ruhrwerkstatt Oberhausen am 3. November den Vortrag „»nette Hitler-Gemeinde« im »Judenland« Die Landesgruppe der NSDAP in Palästina“ von Ralf Balke im Druckluft in Oberhausen.

¹ http://www.wz-newsline.de/lokales/duesseldorf/lager-kulisse-als-wandbild-1.555846

² http://www.asta-fh-duesseldorf.de/blog/2011/10/27/27-oktober-2011-jahres-tag-der-deportationen-der-judinen-und-juden-aus-dusseldorf/

Kein Vergeben – Kein Vergessen!
Gegen jeden Antisemitismus!