Archiv für Oktober 2011

Gedenkveranstaltung und Ausstellung

Etwa 6000 Jüdinnen und Juden aus dem Rheinland wurden ab Oktober 1941 bis Januar 1945 vom Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf aus in die Ghettos und Vernichtungslager Łódź, Minsk, Riga, Izbica und Terezín (Theresienstadt) deportiert. Über Düsseldorf erfolgten außerdem zwei Deportationen nach Sobibor und Oświęcim (Auschwitz). Bereits am 28.10.1938 wurden hunderte Düsseldorfer Juden und Jüdinnen mit polnischer „Abstammung“ im Rahmen der so genannten Polenaktion vom Hauptbahnhof nach Bentschen in Polen verschleppt. Weiterhin wurden am 16.11.1938 dutzende Düsseldorf Juden wegen der Novemberpogrome in das KZ Dachau abtransportiert.
Frauen, Männer, Kinder, Alte und Kranke; wer auch immer als “Volksschädling” imaginiert wurde, sah sich dem gnadenlosen Vernichtungswillen der Deutschen ausgesetzt.

Die mit rationalen Mitteln begangene industrielle Vernichtung von Menschen während der Shoah war die konsequente Umsetzung der irrationalen NS-Ideologie. Der Holocaust bleibt damit ein beispielloser Zivilisationsbruch, an den immer wieder erinnert werden muss.
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never forget, never forgive!

Nichts ist vergessen

Am 9. November 2011 jährt sich die “Reichspogromnacht” zum 73. Mal.
In der Nacht auf den 10. November 1938 wurden “reichsweit” hunderte Synagogen angezündet, tausende jüdische Geschäfte und Wohnungen geplündert und zerstört, sowie mehrere hundert Juden und Jüdinnen verletzt und ermordet.

Dies war jedoch nur ein vorläufiger Kulminationspunkt des eliminatorischen Antisemitismus der Deutschen.
Schon kurze Zeit später sollte dieser endgültig in der millionenfachen industriellen Massenvernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden, der Shoah, gipfeln.
Voraussetzung dafür war die offene oder verdeckte Affirmation der NS-Propaganda durch einen Großteil der deutschen Bevölkerung.

Einmal Auschwitz war zu viel

Seit diesem beispiellosen Zivilisationsbruch gilt: Denken und Handeln so einzurichten, dass Auschwitz sich nicht wiederhole und nie wieder etwas Ähnliches geschehe (Theodor W. Adorno).
Eine “Immunisierung” gegen Antisemitismus und Rückfall in nationalistische Barbarei kann jedoch nur durch eine objektivistische, umfassende Gegenaufklärung geleistet werden.

Diese muss eine Kritik an den gegenwärtigen Verhältnissen formulieren, welche nicht erst an irgendwelchen Nazi-Auswüchsen der deutschen Gesellschaft herumhantiert. Vielmehr müssen die Ursprünge von Antisemitismus und Faschismus effektiv erkannt und benannt werden!

Nichts wird vergeben

Auch mit der Kapitulation Nazideutschlands am 8. Mai 1945, welche durch die militärische Intervention der Alliierten erzwungen worden war, verschwanden die elementaren Bestandteile der NS-Ideologie (Nationalismus, Antisemitismus und Rassismus) nicht aus den Köpfen der “Deutschen Mehrheit”.

Dies zeigt sich heute z.B. in einer breiten Zustimmung für die sozialdarwinistischen und rassistischen “Thesen” von Thilo Sarrazin oder in der antiziganistischen Abschiebepraxis von Sinti und Roma. Nicht zu vergessen sind die unzähligen faschistischen Morde seit 1945 und die von der Polizei, bzw. den höchsten Behörden durchgeprügelten Aufmärsche von Neonazis seit der “deutschen Einheit” und in den Jahren davor.

http://www.infonetz.de.tt

In Wuppertal veranstalten Antifaschist_innen in diesem Jahr eine Demonstration in Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome von 1938. Dabei sollen die Themen Gedenkpolitik, (deutsche) „Volksgemeinschaft“ und die verschiedenen Erscheinungsformen des (aktuellen) Antisemitismus behandelt werden.

Aufruf und weitere Infos befinden sich auf der Mobiwebsite: 9novwuppertal.blogsport.de

K: Ausstellung „Deportiert ins Ghetto“ / „INPUT“ spezial

Text? Vom 9. September bis 23. Oktober 2011 findet im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln die Sonderausstellung „Deportiert ins Ghetto“ – Die Deportation der Juden aus dem Rheinland im Herbst 1941 ins Ghetto Litzmannstadt (Łódź) – statt.

INPUT – spezial (Sonntag, 16. Oktober, Vorabtreff um 11.45 Uhr in Düsseldorf, Anmeldung erforderlich)
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